Analyse

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Vaderis: 152 Millionen frisches Kapital – ist das Unternehmen deshalb 152 Millionen mehr wert?

Vaderis: 152 Millionen frisches Kapital – ist das Unternehmen deshalb 152 Millionen mehr wert?

Vaderis: 152 Millionen frisches Kapital – ist das Unternehmen deshalb 152 Millionen mehr wert?

Was eine Finanzierungsrunde über den Wert eines Unternehmens aussagt. Und was nicht.

Was eine Finanzierungsrunde über den Wert eines Unternehmens aussagt. Und was nicht.

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Redaktion KMU Beteiligungsforum Schweiz

ca. 4 Minuten

Laborforschung als Illustration zum Vaderis-Beitrag


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Am 11. August 2026 meldete Vaderis Therapeutics aus Basel den Abschluss einer Series-B-Runde über USD 152.5 Mio. Angeführt wurde sie von Life Sciences at Goldman Sachs Alternatives und TCGX, beteiligt waren Omega Funds, EQT Life Sciences, Perceptive Advisors, Kalehua Capital sowie die bisherigen Investoren Medicxi und Droia. Die Runde war überzeichnet.

Das Geld finanziert die globale Phase-3-Studie HEROIC für den Wirkstoff Engasertib gegen die erbliche Gefässerkrankung HHT, an der etwa einer von 3’800 Menschen leidet und für die es bislang keine zugelassene Therapie gibt. Die Daten aus der Vorstudie waren im New England Journal of Medicine erschienen. Das Kapital soll bis zu einer möglichen Zulassung in den USA reichen. CEO Azmi Nabulsi sprach von einem entscheidenden Moment für die Patienten.

Eine starke Meldung. Sie beantwortet aber eine Frage nicht, die viele automatisch mitlesen: Ist das Unternehmen jetzt 152 Millionen mehr wert?

Nein. Jedenfalls nicht in dem Sinn, in dem man es meist versteht.

Das Kapital fliesst nicht als Zuwachs in die Firma. Es kommt gegen neu ausgegebene Anteile herein. Der Wert vor der Runde wird verhandelt, nicht gemessen. Danach gilt: Wert vorher plus eingezahltes Kapital. Die bestehenden Eigentümer halten anschliessend einen kleineren Anteil an einem grösseren Ganzen.

Ob die Runde für sie wertsteigernd war, hängt allein am ausgehandelten Preis vor der Runde. Diese Zahl steht in der Medienmitteilung nicht. In den allermeisten Fällen steht sie nirgends.


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Zwei Details, die selten in die Schlagzeile kommen

Die Aktiengattung. In Runden dieser Grösse werden in aller Regel Vorzugsaktien ausgegeben, und die tragen regelmässig einen Vorrang im Verkaufsfall: Die Vorzugsinvestoren werden zuerst bedient, erst danach die Stammaktionäre. Welche Rechte die Anteile bei Vaderis genau tragen, steht nicht in der Mitteilung. Es steht im Aktionärbindungsvertrag. Zwei Personen können am selben Unternehmen beteiligt sein und im Ernstfall völlig verschiedene Ergebnisse erhalten.

Der Zugang. Die Runde war eine Privatplatzierung bei ausgewählten Investoren. Für Privatanleger gab es hier keinen Weg hinein, zu keinem Preis. Und die Grössenordnungen zeigen, warum: EQT Life Sciences allein steuerte USD 17.5 Mio. bei, gut ein Zehntel der Runde. Ein Privatanleger mit CHF 100’000.00 wäre in diesem Syndikat mit weniger als einem Promille dabei gewesen.

Was die Investoren mitgebracht haben

Die naheliegende Reaktion auf den fehlenden Zugang ist Bedauern. Interessanter ist, was diese Investoren mitbrachten, und was davon Ihnen fehlt.

Goldman Sachs, EQT und Perceptive haben nicht einfach überwiesen. Sie hatten Analysten, Zugang zum Datenraum, Einsicht in die klinischen Rohdaten und vor allem Verhandlungsmacht über die Bedingungen. Der Vorrang im Verkaufsfall, von dem oben die Rede ist, entsteht nicht von selbst. Er wird ausgehandelt, von Investoren, die gross genug sind, ihn zu fordern.

Genau das ist der Unterschied, der bei ausserbörslichen Beteiligungen für Privatanleger zählt. Sie kommen nicht nur später hinein. Sie kommen zu Bedingungen hinein, die jemand anderes ausgehandelt hat, oder die niemand ausgehandelt hat.

Deshalb verschiebt sich die Sorgfaltspflicht. Wo ein institutioneller Investor Schutz verhandeln kann, müssen Sie ihn lesen. Welche Aktiengattung? Welcher Rang bei einem Verkauf? Welche Rechte bei der nächsten Runde, wenn diese zu einem tieferen Preis stattfindet?

Wer diese drei Fragen nicht beantworten kann, kennt seine Beteiligung nicht, unabhängig davon, wie überzeugend das Unternehmen ist.


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Ob Sie diese Fragen stellen sollten

Ob Sie diese Fragen überhaupt stellen sollten, hängt vom Profil ab. Ausserbörsliche Beteiligungen verlangen einen Horizont, den nicht jedes Portfolio hergibt, und die Bereitschaft, Bedingungen zu prüfen statt Bewertungen zu bewundern.

Der Eignungstest klärt in rund zwei Minuten, ob die Voraussetzungen bei Ihnen vorliegen. Auch ein Nein ist ein brauchbares Ergebnis.


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Angaben im Beitrag

Quellen: Medienmitteilung Vaderis Therapeutics vom 11. August 2026 (via Goldman Sachs Asset Management); Medienmitteilung EQT Life Sciences vom 11. August 2026 (Beteiligung USD 17.5 Mio., Prävalenz HHT); European Biotechnology, Dealroom. Angaben zur Aktiengattung beruhen auf der üblichen Praxis in Series-B-Runden und nicht auf Einsicht in die Vaderis-Unterlagen. Beträge in US-Dollar, sofern nicht anders vermerkt.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Beteiligungen oder Finanzinstrumenten dar. Beteiligungen an nicht börsenkotierten Unternehmen können illiquide sein und bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Beteiligungen oder Finanzinstrumenten dar. Beteiligungen an nicht börsenkotierten Unternehmen können illiquide sein und bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Für Anleger mit Interesse an Schweizer Healthcare- und Life-Science-Unternehmen und einem verfügbaren Beteiligungsvolumen ab CHF 100’000.

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