Analyse

Vaderis: 152 Millionen frisches Kapital – ist das Unternehmen deshalb 152 Millionen mehr wert?

Vaderis: 152 Millionen frisches Kapital – ist das Unternehmen deshalb 152 Millionen mehr wert?

Was eine Finanzierungsrunde über den Wert eines Unternehmens aussagt. Und was nicht.

Redaktion KMU Beteiligungsforum Schweiz

19. August 2026

ca. 4 Minuten

Laborforschung als Illustration zum Vaderis-Beitrag

Series B

$152 Mio.

frisches Kapital

Studie

Phase 3

global geplant

Investoren

Goldman / TCGX

angeführt

Zugang

privat

privat

keine Publikumsrunde

Dauert nur 2 Minuten – unverbindlich und diskret.

Überprüfen Sie Ihre Eignung für ausserbörsliche Beteiligungen

Am 11. August 2026 meldete Vaderis Therapeutics aus Basel den Abschluss einer Series-B-Runde über rund 152 Millionen US-Dollar. Angeführt wurde sie von Goldman Sachs Alternatives und TCGX, mit EQT Life Sciences, Omega Funds, Perceptive Advisors und weiteren. Das Geld finanziert eine globale Phase-3-Studie für einen Wirkstoff gegen eine seltene Gefässerkrankung, für die es bislang keine zugelassene Therapie gibt.

Eine starke Meldung. Sie beantwortet aber eine Frage nicht, die viele automatisch mitlesen: Ist das Unternehmen jetzt 152 Millionen mehr wert?

Nein – jedenfalls nicht in dem Sinn, in dem man es meist versteht.

Das Kapital fliesst nicht als Zuwachs in die Firma. Es kommt gegen neu ausgegebene Anteile herein, hier Vorzugsaktien. Der Wert vor der Runde wird verhandelt, nicht gemessen. Danach gilt: Wert vorher plus eingezahltes Kapital. Die bestehenden Eigentümer halten anschliessend einen kleineren Anteil an einem grösseren Ganzen.

Ob die Runde für sie wertsteigernd war, hängt allein am ausgehandelten Preis vor der Runde – einer Zahl, die in der Medienmitteilung nicht steht. In den allermeisten Fällen steht sie nirgends.

Zwei Details, die selten in die Schlagzeile kommen

Die Aktiengattung. Vorzugsaktien tragen in solchen Runden regelmässig einen Vorrang im Verkaufsfall: Die Vorzugsinvestoren werden zuerst bedient, erst danach die Stammaktionäre. Zwei Personen können am selben Unternehmen beteiligt sein und im Ernstfall völlig verschiedene Ergebnisse erhalten.

Der Zugang. Die Runde war eine Privatplatzierung bei ausgewählten Investoren. Für Privatanleger gab es hier keinen Weg hinein, zu keinem Preis.

Die unbequeme Frage

Die naheliegende Reaktion darauf ist Bedauern über den fehlenden Zugang. Interessanter ist, was diese Investoren mitbrachten – und was davon Ihnen fehlt.

Goldman Sachs, EQT und Perceptive haben nicht einfach überwiesen. Sie hatten Analysten, Zugang zum Datenraum, Einsicht in die klinischen Rohdaten – und vor allem Verhandlungsmacht über die Bedingungen. Der Vorrang im Verkaufsfall, von dem oben die Rede ist, entsteht nicht von selbst. Er wird ausgehandelt, von Investoren, die gross genug sind, um ihn zu fordern.

Genau das ist der Unterschied, der bei ausserbörslichen Beteiligungen für Privatanleger zählt. Nicht: Sie kommen später hinein. Sondern: Sie kommen zu Bedingungen hinein, die jemand anderes ausgehandelt hat – oder die niemand ausgehandelt hat.

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Überprüfen Sie Ihre Eignung für ausserbörsliche Beteiligungen

Deshalb verschiebt sich die Sorgfaltspflicht. Wo ein institutioneller Investor Schutz verhandeln kann, müssen Sie ihn lesen. Welche Aktiengattung? Welcher Rang bei einem Verkauf? Welche Rechte bei der nächsten Runde, wenn diese zu einem tieferen Preis stattfindet?

Wer diese drei Fragen nicht beantworten kann, kennt seine Beteiligung nicht – unabhängig davon, wie überzeugend das Unternehmen ist.

Ob Sie diese Fragen überhaupt stellen sollten, hängt vom Profil ab. Ausserbörsliche Beteiligungen verlangen einen Horizont, den nicht jedes Portfolio hergibt – und die Bereitschaft, Bedingungen zu prüfen statt Bewertungen zu bewundern.

Der Eignungstest klärt in rund zwei Minuten, ob die Voraussetzungen bei Ihnen vorliegen. Auch ein Nein ist ein brauchbares Ergebnis.

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Angaben im Beitrag

Quellen: Medienmitteilung Vaderis Therapeutics vom 11. August 2026; Goldman Sachs Asset Management. Beträge in US-Dollar.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Beteiligungen oder Finanzinstrumenten dar. Beteiligungen an nicht börsenkotierten Unternehmen können illiquide sein und bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.